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Tasmanischer Beutelwolf Thylacinus cynocephalus Tasmanian Tiger
Beim Tasmanischen Beutelwolf handelt es sich um ein wissenschaftlich anerkanntes, ausgestorbenes Säugetier, das auf Tasmanien beheimatet war. Der Tasmanische Beutelwolf darf nicht mit dem Queensland Tiger, einem Kryptiden, verwechselt werden, der in Queensland in Ost-Australien beheimatet sein soll. 1924 hatte der Zoo von Hobart von einem Tierhändler namens Mullins Im Nordwesten Tasmaniens ein Beutelwolf-Weibchen mit drei Jungen erworben. Während die Mutter kurz nach der Ankunft im Zoo starb, wuchsen die Jungen dort auf. Eines der Tiere starb nach sechs Jahren am 14. April 1930, das zweite am 3. Juli 1935 und das dritte, Benjamin genannt, am 7. September 1936. Es erreichte mit 12 Jahren und 7 Monaten das höchste Alter eines Beutelwolfs in Gefangenschaft und war das letzte nachweisbare Tier seiner Art. Mit ihm verschwand, 130 Jahre nach seiner Entdeckung, diese besondere Beuteltierart von der Erde. Trotz seiner hundeähnlichen Gestalt gehört der Beutelwolf zu den Beuteltieren. Wahrscheinlich sind die Beutelwölfe mit dem Tasmanischen Teufel verwandt. Beutelwölfe waren langsame, aber ausdauernde Läufer. Mit Hinterbeinen, die länger als die Vorderbeine waren, ähnelte er in diesem Merkmal eher einer Katze als einem Hund. Charakteristisch ist die Fellzeichnung mit 13 bis 19 dunkelbraunen Bändern, die quer über den Rücken verlaufen. Anders als Hunde konnte der Beutelwolf den Schwanz nur in vertikaler Richtung bewegen. Seitliches Wedeln war also nicht möglich. Die Beutelwölfin hatte am Bauch einen Beutel, in dem sie ihre Jungen austrug. In ihm befanden sich zwei Paar Zitzen. Der tasmanische Beutelwolf konnte demzufolge nur vier Jungen haben. Als typisches Beuteltier konnte der scheue Jäger seinen Rachen bis zu einem Winkel von 80° aufreißen, was Wölfen und Hunden nicht möglich ist. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Beutelwolfs ist auf das Jahr 1807 datiert. Als Entdecker gilt G. P. Harris, der erste Generalaufseher der damaligen englischen Kolonie Tasmanien. Von ihm stammt auch die erste Beutelwolf-Zeichnung. Die weißen Kolonisten, die nach Tasmanien kamen, hassten diese "Hyäne" und töteten sie, wann immer sie ihnen begegnete, denn sie richtete unter ihren Schafherden großen Schaden an. Die tasmanische Regierung zahlte sogar Prämien für jeden erlegten Beutelwolf. Zu Beginn unseres Jahrhunderts lebten diese Tiere daher nur noch in den dichten Bergwäldern der Insel, und nach dem zweiten Weltkrieg waren sie auch dort nicht mehr anzutreffen. Den letzten frei lebenden Beutelwolf erschoss der Farmer Wilfried Batty 1933 bei Mawbanna im Norden Tasmaniens. Das tote Tier verkaufte er für vier Pfund an einen Tierhändler. Die Zeitung "The Advocate" schrieb am nächsten Tag: "Ein schädliches Tier. Hyäne bei Mawbanna getötet." Fährten des Beutelwolfes wurden letztmalig 1948 und 1957 in der Nähe der tasmanischen Hauptstadt Hobart gesehen. Viele Zoologen meinen, der Beutelwolf sei bereits ausgestorben. In zoologischen Gärten gibt es ebenfalls keinen einzigen mehr. Mehrere Suchexpeditionen verliefen erfolglos, auch nachdem 1978 der australische WWF 55000 Dollar für die Suche nach dem Beutelwolf zur Verfügung gestellt hatte. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Beutelwolf ausgestorben ist. Nichtsdestotrotz gibt jedes Jahr wieder unbestätigte Sichtungen der Tierart in relativ unbewohnten Gegenden in Tasmanien, Neu-Guinea, Iran Yaha oder dem Festland Australiens. The Sunday Tasmanian berichtete am 10. Februar 2008 über Sichtungen von Beutelwölfen auf dem australischen Festland. Der Farmer Harry Cook inspizierte zusammen mit einem Freund auf seinem Land südlich von Melbourne die Kaninchen-Fraßschäden, als sie drei Keilschwanzadler über einer Koppel kreisen sahen. "Sie kreisten über einem Tier - wir kamen bis auf vier Meter an es heran. Es hatte ungefähr die Größe eines großen Hundes und einen sehr langen Schwanz, der hoch in die Luft ragte als ob er damit die Adler verscheuchen wollte", sagte Cook. "Das Tier hatte weiße Streifen auf der Brust und einen schweren Kopf mit runden Ohren und die Seite der Schnauze war weiß", so Cook weiter. In letzter Zeit wurden durch den Laienforscher Michael Moss acht Sichtungen des Beutelwolfs nahe Geelong archiviert. Seine Theorie besagt, dass Tasmanische Tiger zwischen 1910 und 1915 im Vorgebirge von Wilsons in die Wildnis entlassen wurden. Zu dieser Zeit war es die Aufgabe der Nationalparkverwaltung, den Park mit gefährdeten Tierarten wie Känguruhs, Fleckschwanzbeutelmarder und diverse Vogelarten zu füllen. "Das Timing ist interessant, denn es gibt keine Aufzeichnungen zu Sichtungen des Beutelwolfes bis vor 1912", sagt Moss und begründet das Ganze damit, dass das Komitee im Zuge des Aussetzen bedrohter Tierarten auch den Beutelwolf ausgesetzt haben könnte. Dies wurde allerdings geheim gehalten, weil das Tier zu jener Zeit eine Reputation als Viehkiller genossen, und man somit Angst hatte, dass ansässige Farmer die neu ausgesetzten Beutelwölfe erneut jagten und töteten. Der Wildtierbiologe Nick Mooney hält diese Theorie für nicht zutreffend, da es keinerlei Beweise für eine derartige Verschwörung gibt. So sagt er: "Es wurden einige Tiere in Wilsons ausgewildert, aber Tiger waren nicht auf der Liste." Auch hält Mooney den angeblich von Moss 1998 gefilmten Beuteltiger für einen kranken Fuchs, der ein Kaninchen trägt. Angesichts der Historie des Beutelwolfs muss man davon ausgehen, dass es sich bei den meisten Sichtungen womöglich nur um Verwechslungen mit streunenden Hunden oder Füchsen handelt.
Weblinks & Literatur: Akimuschkin, Igor: Vom Aussterben bedroht? Tiertragödien, vom Menschen ausgelöst Anhalt, Utz: Der Beutelwolf. Artenschutz und soziale Emanzipation The Sunday Tasmanian: Tiger country may now be elsewhere Coleman, Loren/Clark, Jerome: Cryptozoology A to Z |