Przewalskipferd
Equus przewalskii
Przewalski's Wild Horse

przewalskipferd.jpg
Das Przewalskipferd wurde von einem russischen General und Forschungsreisenden, namens Nikolai Michajlowitsch Przevalskij (1839-1888), entdeckt. Von 1867 bis zu seinem Tod machte er Entdeckungsreisen durch die Mongolei, Turkestan und Tibet. Dabei trug er in erheblichem Maße zum Wissen Europas über das östliche Zentralasien bei. Er wurde jedoch weniger für seine gewissenhaften Untersuchungen sondern vielmehr für seine Sammlungen von Pflanzen und Tieren bekannt. Er entdeckte neben dem Przewalskipferd, welches nach ihm benannt wurde, auch noch das Wildkamel. Przevalskij veröffentlichte lebhafte, anschauliche und detaillierte Berichte seiner Reisen. Das Przewalskipferd erreicht eine Schulterhöhe von 130-142 cm und ein Gewicht von 250-300 kg. Es ist gelb bis rötlichbraun gefärbt, doch am Kopf und Hals meist etwas dunkler. Die Schnauzenregion ist weiß oder wenigstens hell und stellt eine sogenannte "Mehlschnauze" dar. Mähne, Schwanz und Beine sind dunkelbraun oder schwarz. Auf dem Rücken verläuft immer in der Mitte ein dunkler Längsstreif von der Mähne zur Schwanzwurzel, und über die Schultern zieht sich meist ebenfalls ein dunkler Streifen oder Fleck. Das Przewalskipferd ist das einzige noch existierende Wildpferd . Es bewohnt Strauchsteppen in Zentralasien. Die äußere Gestalt des Pferdes und der Bau seines Skeletts unterscheidet sich von den gleich großen Rassen des Hauspferdes. Auf den ersten Blick fällt der massige Bau des Halses und der dicke, schwer gebaute Kopf auf. Die sehr massigen Unterkieferknochen verleihen dem Schädel ein auffällig viereckiges Aussehen. Freilandbeobachtungen dieser Tiere gibt es fast nicht. Die Herden bestanden aus höchstens 20 Tieren. Mit 2 Jahren ist das Przewalskipferd geschlechtsreif und es erreicht ein Höchstalter von etwa 20 Jahren. Das Przewalskipferd ist heutzutage höchstwahrscheinlich in freier Wildbahn ausgestorben. Nach den Angaben russischer Wissenschaftler war die Anzahl der Wildpferde im Grenzgebiet zwischen Mongolei und China in den Jahren zwischen 1942 und 1945 noch nicht auf einen gefährlich niedrigen Stand gesunken. Im Gebiet zwischen 89° und 94° Ost und 44°33` und 45°30` Nord gab es noch einige Herden und auch einige Fohlen wurden von dort gefangen und in die Hauptstadt Ulan Bator gebracht. Nur ein weiterer Hengst wurde 1955 in den Takhin-Shara-nuru-Bergen gesehen und nach den Angaben von Schafhirten gab es 1964 nur noch etwa 15 Pferde im Ulan Shilin-choolai-Tal. Da ihr Lebensraum weiter dahinschwindet und weil sie von den Wasserstellen vertrieben werden, scheint das Schicksal der letzten frei lebenden Przewalskipferde besiegelt. Das Leben dieser Urwildpferde ist durch die Zoozucht gesichert. Trotz ihrer scharfen Sinnesorgane und ihrer Ausdauer fielen alle frei lebenden Wildpferde Jägern zum Opfer, einige Pferde wurden lebend gefangen. Es ist heutzutage so gefährdet , weil alle heute lebenden Przewalskipferde von wenigen gefangenen Tieren abstammen, sind alle miteinander verwandt, werden seit etwa 100 Jahren von Menschen gezüchtet und zeigen folglich Eigenschaften von Haustieren. So besteht die Gefahr, dass die etwa 1700 lebenden Pferde dieser Art die Eigenschaften von Wildpferden verlieren. Die Przewalskipferde sind also nach wie vor vom Aussterben bedroht.
przewalskipferd2.jpg
Przewalskipferde im Nürnberger Zoo