Tarpan / Wildpferd
Equus przewalskii gmelini
Tarpan

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Der Tarpan (ursprünglich tartarisch: Turpan) war ein recht kleines Pferd mit einer grauen Fellfärbung und einem dunklen Aalstrich auf dem Rücken. Mähne, Schweif und Beine waren schwarz oder schwarzbraun, und an den Vorderbeinen fanden sich bei manchen Tarpanen dunkle Querstreifen.
Im Mittelalter galt Wildpferdfleisch in vielen europäischen Ländern als Delikatesse, besonders bei den Mönchen. Im 8. Jahrhundert verbot Papst Gregor III. das exzessive Abschlachten der Wildpferde, doch kaum jemand hielt sich daran. Bis zum 17. Jahrhundert hielten sich verschiedene europäische Städte ganze Abteilungen Schützen, die Wildpferde abschießen sollten, da diese die Felder verwüsteten.
Der Tarpan war ein Wildpferd, von dem viele europäische Ponys direkt abstammen. Es gab zwei unterschiedliche Tarpanarten: das Steppentarpan (Equus caballus gmelini) und der mittel- und osteuropäische Waldtarpan (Equus caballus silvaticus). Diese beiden Arten und das Przewalskipferd (Equus przewalski przewalski) sind wahrscheinlich die ursprünglichen Pferdeformen, aus denen das heutige Hauspferd hervorgegangen ist.
Heimisch waren Tarpane vor allem in den riesigen Waldgebieten Osteuropas, wo sie Schutz vor natürlichen Feinden, wie Wolf und Bär, fanden. Noch bis Ende des 18. Jahrhunderts war es möglich Tarpane in den Waldgebieten Ostpolens, Ostpreußens und Litauens zu finden. Trotzdem der Bestand der Tarpane schon damals recht niedrig war, galten sie noch bis 1798 als jagdbares Wild.
Bevor es zur endgültigen Ausrottung dieses Wildpferdes kam, wurde erst noch ein Versuch unternommen, um die Art zu retten. In einer privaten Einfang- und Rettungsaktion fingen 1780 Pferdefreunde die letzten wild lebenden Tarpane ein und brachten sie in einen in Südpolen gelegenen Wildpark namens Zwierzyniec, welcher sich im Privatbesitz des Familie des polnischen Grafen Zamojski befand. Etwa 30 Jahre lang konnten die Tiere in diesem Reservat bleiben, dann wurden sie infolge des strengen Winters im Jahre 1806, als Arbeitspferde an Bauern der Gegend abgegeben, da die Heuzufütterung nicht mehr finanziert werden konnte und die Pferde von Seiten der Regierung sowieso als nutzlos angesehen wurden. Das war dann auch das Ende der Tarpane, denn bei den Bauern wurde die Reinzucht nicht weiter aufrechterhalten und die Tarpane wurden mit anderen Arbeitspferden gekreuzt.
Der letzte wildlebende Waldtarpan soll etwa 1805 und der letzte Steppentarpan circa im Jahr 1875 getötet worden sein. Die genauen Daten sind nicht bekannt, auch die Jahreszahlen weichen je nach Quelle ab. Manche Quellen verweisen sogar auf 1918 oder 1919.
Die Tarpane, die man heute in Zoos sieht, sind keine reinen Tarpane. Sie gehen lediglich auf Rückzüchtungen mit urtümlichen Hauspferderassen zurück. Durch die Rückzüchtungen können nur Abbilder der durch Menschen ausgerotteten Tiere gezeigt werden.
Es ist nie gelungen Tarpane zu zähmen oder als Reittiere abzurichten. In Gefangenschaft überlebten Tarpane auch nicht lange, sie gingen meist nach einiger Zeit ein.