Vom Aussterben bedroht?

28.06.2008

Kabeljaukollaps in der Nordsee

Filed under: — site admin @ 5:23 pm

Der Internationale Rat zur Erforschung der Meere (ICES), in dem 1600 Meeresexperten vertreten sind, hat heute empfohlen, den Kabeljaufang in der Nordsee komplett einzustellen, bis der Bestand sich erholt, so eine Pressemitteilung des WWF. Der WWF appelliert an die Fischereiminister der EU, die Warnungen der Wissenschaftler endlich ernst zu nehmen und die Fangquote auf Null zu setzen. Die Fischerei habe erneut bewiesen, dass sie mit den Meeresressourcen nicht verantwortungsvoll genug umgeht.
Die Nachricht kommt unerwartet, denn im vergangen Jahr waren erste Anzeichen für eine Erholung der Kabeljaubestände zu erkennen. Der ICES hielt daraufhin eine Fischerei in geringem Maße für vertretbar. „Offenbar war das für die Fischereiindustrie das Signal, die Bestände noch rücksichtsloser auszubeuten“, so Karoline Schacht, Fischereireferentin beim WWF Deutschland. Man fischte nicht nur zuviel, sondern vor allem viel zu viele kleine Fische. „Der Kabeljau geht beim Fang auf andere Arten wie Kaisergranat oder Schellfisch ins Netz. Hunderte Tonnen zu kleiner Exemplare werden dabei ungenutzt wieder über Bord geschmissen und nicht auf die Fangquote angerechnet“, so Karoline Schacht. Für den WWF ist es ein Skandal, dass der sogenannte Rückwurf derzeit ebenso hoch ist wie die Menge des angelandeten Kabeljaus. „Mit diesem verschwenderischen Raubbau bringt die Fischerei nicht nur den Kabeljau in Bedrängnis sondern sie begeht mittelfristig Selbstmord“, so Schacht.
Für den WWF ist es überfällig, in den Fischereien mit viel Kabeljau-Beifang umgehend auf technische Lösungen zu setzen. Viele davon sind bereits erprobt und können den Beifang erheblich reduzieren. So bald wie möglich müssten diese Lösungen zur Pflicht werden, um den Beifang in allen Fischereien zurückzufahren. Die EU-Minister dürften die wissenschaftlichen Empfehlungen nicht erneut ignorieren.

13.06.2008

Thunfische im Mittelmeer - Gejagt bis zur totalen Erschöpfung

Filed under: — site admin @ 4:23 pm

In der Süddeutschen Online findet sich heute ein langer Artikel über die Jagd auf Thunfische im Mittelmeer. Die EU-Kommission verbietet den industriellen Fang von Thunfisch im Mittelmeer. Das ist auch dringend notwendig, denn der Rote Thun steht am Rande der Auslöschung.

In der Dunkelheit wirkt die Kaimauer wie das Gerippe eines Urzeitfisches. Dutzende rostige Anker liegen herum. Ein paar Männer kommen auf alten knatternden Mopeds. Die Hafenstraße entlang, vorbei an der Fischfabrik und einer kleinen Kapelle. Die Ersten steigen in ihre Boote, lehnen an der Reling, gähnen und frösteln.
Es ist fünf Uhr früh und ungewöhnlich kalt für Anfang Juni. Dann kommt das Signal: alle da. Mit brummenden Dieselmotoren verlassen die Schiffe den Hafen. Vier hölzerne Kutter, etwa 50 Mann Besatzung, ein halbes Dutzend Beiboote im Schlepptau. Es ist die Thunfischflotte von Barbate.
Die Fangsaison an der südspanischen Atlantikküste geht bereits zu Ende, und wieder war es ein enttäuschendes Jahr. Kaum mehr als 6600 Thunfische gingen den Fischern seit Anfang Mai ins Netz.

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11.06.2008

Nabu kritisiert mangelnden Tierschutz / Wölfe in Deutschland

Filed under: — site admin @ 5:23 pm

Zehn Jahre nach ihren ersten Spuren in Ostdeutschland sind wildlebende Wölfe nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) auch in westlichen Bundesländern heimisch geworden, wie die Frankfurter Rundschau mitteilt. Es gebe aber in ganz Deutschland erst drei Wolfsrudel, die mit Gewissheit Welpen aufzögen, teilten die Naturschützer in einer ersten Bilanz mit. Die meisten Tiere streiften nach wie vor durch die Lausitz. Doch auch in Niedersachsen und Hessen seien Wölfe gesichtet worden. Beim Artenschutz gebe es weiterhin Lücken - vor allem beim Nebeneinander von Schafhaltern, Jägern oder Waldbesuchern, kritisierten die Naturschützer.
Vor 150 Jahren galten Wölfe in Deutschland als ausgerottet. Mit wenigen neuen Rudeln sind sie nach Einschätzung des NABU nun die seltensten Säugetiere des Landes. Dass Wölfe trotz des dichten Verkehrsnetzes ohne Hilfe von Ostdeutschland bis nach Hessen und Niedersachsen gewandert seien, werten die Naturschützer als “großes Glück”. Allein fünf Tiere seien nachweisbar bei Unfällen getötet worden.
Wilde Wölfe sind in ganz Europa streng geschützt. In Deutschland mangele es aber weiter an länderübergreifenden Konzepten für den Umgang mit den Rückkehrern, kritisierten die Naturschützer. “Bei den Schutzbemühungen gibt es große Lücken, vor allem wenn es darum geht, das Nebeneinander von Mensch und Wolf zu regeln”, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Er forderte von den Ländern weitere Wildtier-Managementpläne. So dürfe die illegale Tötung eines Wolfes kein Kavaliersdelikt mehr sein. “Das ist eine Straftat”, ergänzte Tschimpke. Beim Neubau stark befahrener Straßen müssten Brücken für Wildtiere mit eingeplant werden.
Seit 1998 gibt es nach NABU-Angaben wieder Wölfe in Deutschland. 2000 wurden in der Muskauer Heide (Sachsen) erstmals freilebende Wolfswelpen geboren. Heute lebten in der Lausitz drei Rudel mit etwa 20 bis 25 Tieren. Einzelne Wölfe bewegten sich in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen und Hessen. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bestehe Hoffnung auf jeweils ein neues Rudel.

Haie im Mittelmeer fast ausgestorben

Filed under: — site admin @ 5:19 pm

Historische Aufzeichnungen belegen, dass die Zahl der Raubfische im Mittelmeer in den vergangenen 200 Jahren massiv zurückgegangen ist, so die Süddeutsche Zeitung Online.
In den vergangenen 200 Jahren ist die Zahl der Haie im Mittelmeer massiv zurückgegangen. Von manchen Arten gibt es nur noch ein Zehntausendstel der einst vorhandenen Menge.
Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Überfischung. In der Vergangenheit wurden die Meeresräuber massenhaft als lästiger Beifang getötet. Entsprechend tauchten die Tiere nie in offiziellen Fangquoten auf. Hinzu kommt, dass Haie relativ langsam aufwachsen, sodass sie durch die Fischerei leicht dezimiert werden.
“Haie hatten in der Vergangenheit wenig wirtschaftlichen Wert”, klagt Rebecca Greenberg von der Artenschutzvereinigung Oceana im Britischen Rundfunk BBC.
Entsprechend wurden die Tiere nie beachtet, wenn Fangquoten und Bestandsregulierungen zwischen Regierungen und Fischern ausgehandelt wurden. “Sie sind unter dem Radar durchgeschlüpft”, sagt Greenberg.
Es gibt 47 Haiarten im Mittelmeer. Von den fünf wichtigsten Räubern unter ihnen konnten die Forscher genügend historische Aufzeichnungen finden, um abzuschätzen, wie stark die Populationen zurückgegangen sein müssen. Erst vor wenigen Wochen warnten Forscher, dass weltweit die Hälfte aller Haiarten unmittelbar vom Aussterben bedroht sei.

04.06.2008

Parasit: Sardelle könnte Wale infizieren

Filed under: — site admin @ 5:48 am

Wie Scienceticker.info berichtet, fallen weltweit Meeressäuger einem einzelligen Parasiten zum Opfer, der ausschließlich von infizierten Katzen ausgeschieden wird. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen hat ein amerikanisches Biologenduo gefunden. Demnach könnten Sardellen die infektiösen Eier des Parasiten in Küstennähe aufnehmen und in abgelegene Meeresgebiete tragen.
Eine Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii ist beispielsweise bei Seeottern vor der kalifornischen Küste nachgewiesen worden. Der Parasit führt bei ihnen zu einer schweren, letztlich tödlich verlaufenden Gehirnentzündung. Als Infektionsquelle werden städtische Abwässer diskutiert, denen die Otter an der Küste ausgesetzt sind.
Die ebenfalls beobachtete Infektion von Belugas im Nordpolarmeer lasse sich auf diese Weise jedoch schwerlich erklären, erläutern Gloeta Massie und Michael Black von der California Polytechnic State University. Ihrer Ansicht nach müssen die infektiösen Oozyten des Parasiten noch auf andere Weise verfrachtet werden. Ein naheliegender Überträger sei die Sardelle als wanderfreudiger Fisch, der auf dem Speiseplan der meisten Meeresraubfische, Meeressäuger und Seevögel stehe.
Massie und Black testeten diese Hypothese, indem sie Toxoplasma-Oozyten in Becken mit 50 Sardellen gaben. Einige Zeit später untersuchten sie, ob die Fische die Parasiteneier aus dem Wasser aufgenommen hatten. Tatsächlich ließ sich in zwei Dritteln der Sardellen die DNA des Parasiten nachweisen, berichten die beiden Forscher auf einer Fachtagung in Boston. Als nächstes wollen sie untersuchen, ob von solchen Sardellen ein Infektionsrisiko für Meeressäuger ausgeht.

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