Vom Aussterben bedroht?

13.05.2008

Grauwolf darf wieder gejagt werden

Filed under: — site admin @ 1:39 pm

Die Süddeutsche Online berichtet, dass die Jagd auf den Grauwolf im Nordwesten der USA wieder gestattet ist, obwohl die Tierart noch vor kurzem vom Aussterben bedroht war und eine große Population wichtig für das ökologische Gleichgewicht wäre.
Anfang der 90er-Jahre war der Grauwolf in den Vereinigten Staaten in freier Wildbahn so gut wie ausgerottet. Doch zwischen 1995 und 1996 wilderte der “U.S. Fish and Wildlife Service”, die für Naturschutz zuständige Bundesbehörde, gegen die Proteste von Jägern und Ranchern im Yellowstone Park und in Idaho 46 kanadische Wölfe aus.
Der einstige Ureinwohner der Wildnis - um 1800 sollen in Nordamerika noch 350.000 Wölfe gelebt haben - gedieh prächtig in der Schutzzone. Anfang dieses Jahres lebten in den nördlichen Rocky Mountains mehr als 1500 Wölfe. Dabei etablierten sich die Tiere nicht nur in ihren angestammten Jagdrevieren; sie hielten auch die Population von Elchen und Rothirschen im Zaum. Ohne natürliche Feinde hatten diese sich in jüngster Zeit zu stark vermehrt.
Kaum aber pirschten wieder mehrere Wolfsrudel durch den Nordwesten der USA, begann der Streit darüber, ab wann eine Tierart als nicht mehr gefährdet gelten darf. Seitdem der Grauwolf von der roten Liste gestrichen wurde, haben die an den Nationalpark angrenzenden Bundesstaaten das Management der Bestände übernommen. Die US-Behörde für Fischerei und Wildtiere hat den Bundesstaaten auferlegt, dass von den mehr als 1500 Wölfen nur 300 am Leben bleiben müssen.
Ökologen argumentieren, dass Wolfspopulationen groß genug sein müssen, um die genetische Diversität zu bewahren. So hat der Evolutionsbiologe Robert Wayne von der University of California in Los Angeles erst im Januar in einem Aufsatz berechnet, dass niedrige Wolfszahlen im Yellowstone Park innerhalb von vierzig Jahren zu Inzucht und damit genetischen Defekten führen würden.

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