Mit jeder Art stirbt ein mögliches Medikament
Die Frankfurter Rundschau Online und Spiegel Online schreiben, dass mit dem Artensterben auch die Hoffnung auf die Entdeckung möglicher Medikamente stirbt. Das Geheimnis für neue Antibiotika, Krebsmedikamente oder Schmerzmittel könne in der Tierwelt zu finden sein, heißt es in der Studie “Sustaining Life”.
Als Beispiel dienen die Magenbrüterfrösche, die in den 80ern in Australien entdeckt worden waren. Sie brüteten ihren Nachwuchs im Magen aus. Der Nachwuchs sondere im Magen der Mutter ein Sekret ab, das die Zersetzung durch Magensäuren und Enzyme verhindere. Erste Untersuchungen nährten die Hoffnung auf ein neues Medikament gegen Magengeschwüre. “Die Studien konnten nicht fortgesetzt werden, weil die beiden Magenbrüterarten ausstarben und die medizinischen Geheimnisse damit für immer verloren gingen”, erklären die Herausgeber der Studie, Eric Chivian und Aaron Bernstein von der Harvard Medical School.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) führt auf der Roten Liste 2007 der bedrohten Tier- und Pflanzenarten 41.415 Arten. 16.306 dieser Arten sind vom Aussterben bedroht - das sind 188 mehr als noch im Jahr 2006. Laut IUCN sind jede vierte Säugetierart, jede achte Vogelart und ein Drittel aller Amphibien bedroht. Dies gelte auch für 70 Prozent der bekannten Pflanzen.
Wissenschaftler befürchten, dass der Klimawandel das Artensterben verschärft. Wenn die Menschen der Erde weiterhin durch Treibhausgasemission einheizen, bedrohe dies die Artenvielfalt, mahnten im Oktober 2007 Forscher um Peter Mayhew von der University of York. Die globale Erwärmung könnte ein Massenaussterben auslösen - weitere könnten folgen.
