Beispiele für bedrohte Pflanzenarten
Die Mandrinette (Hibiscus fragilis) ist auf Mauritius beheimatet. Sie gilt als extrem gefährdete Pflanze. Nach neuestem Stand gibt es noch ungefähr 46 erwachsene Pflanzen dieser Art.
Der Bastard Quiver Tree (Aloe pillansii) ist ebenfalls extrem gefährdet. Von ihm existieren, nach aktueller Expertenmeinung, weniger als 200 Exemplare im Grenzgebiet zwischen Südafrika und Namibia.
Gründe für das Artensterben speziell bei Pflanzen
Durch den Einfluss des Menschen werden große natürliche Landschaften zerstört oder so weit verändert bis sie ihren natürlichen, ursprünglichen Charakter verloren haben und es können dabei einzelne Arten in Gefahr geraten. Als Erstes wird eine Art in ihrem Lebensraum bedrängt und dann verdrängt, so dass sie in bestimmten Regionen gar nicht mehr vorkommt. Wenn sich der Bestand dieser Art noch weiter verringert, wird die Pflanzenart schließlich vom Aussterben bedroht. Dieses trifft innerhalb Deutschlands auf rund 35 % der Farn- und Blütenpflanzen zu. Im Gebiet der alten Bundesländer ist jenes mit bisher 60 Farn- und Blütenpflanzen geschehen. Zwar handelt es sich dabei um nur etwa 2,4 % der einheimischen Arten, doch muss man dazu sagen, dass jede einzelne Art für das Gesamtgefüge der Natur von ungeheurer Bedeutung ist. Vermutlich werden durch jede ausgestorbene Pflanzenart noch 10 bis 30 andere Organismen ausgelöscht.
Die Gründe für das Aussterben einer Art sind recht vielfältig. Eine direkte Ursache ist die Zerstörung eines Lebensraumes, bei der die Pflanzen mit vernichtet werden. Indirekte Ursachen sind die Eingriffe in das Ökosystem, das dazu führt, dass für einige Arten keine geeigneten Lebensbedingungen mehr geboten werden können. Der Hauptgrund für das Aussterben der Pflanzenarten ist sicherlich die vermehrte Ausbreitung des Menschen (neue Siedlungen, Industrie- und Gewerbegebiete, Sportanlagen und immer wieder neue Verkehrswege). Dadurch werden immer Naturräume zerschnitten und Biotope ausgelöscht. Doch gerade kleinräumige Biotope mit besonderen Standortbedingungen sind oft der Lebensraum seltener Arten. Eine andere negative Auswirkung der Zerschneidung von Naturräumen ist die Verinselung. Denn dadurch werden einzelne Biotope isoliert und der Austausch von Genmaterial zwischen zwei Populationen einer Art wird weitgehend verhindert. Dadurch kommt es zur Beschränkung ihres Gen-Pools, welches verhindert, dass die Pflanze sich an andere Umweltbedingungen anpasst beziehungsweise, dass es zur genetischen Verarmung kommt und letztendlich zum Aussterben einer Art.
Zu den in Mitteleuropa sehr selten gewordenen Biotopen zählen die Feuchtgebiete. Dazu gehören der Erlenbruch, Moor, Sumpf und die Feuchtwiese. Moore werden oft vernichtet, um Torf zu gewinnen, Sümpfe und Feuchtwiesen werden trockengelegt, damit man jene für die Landwirtschaft nutzen kann und der häufigste Grund für die Vernichtung von Feuchtgebieten ist die Zersiedlung der Landschaften. Viele Pflanzen sind an die Umgebung und Bedingungen der Feuchtgebiete direkt angepasst, so dass sie durch das Verschwinden dieses Biotops zwangsläufig kaum noch eine Chance zum Überleben haben, weil woanders auch andere Bedingungen herrschen. Pflanzenarten, die in Feuchtgebieten leben und die in ihrem Bestand bedroht sind, sind zum Beispiel diverse Sonnentaugewächse (Droseraceae). Die Blasige Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa) ist sogar vom Aussterben bedroht, sie gehört ebenfalls zu den Sonnentaugewächsen.
Man darf nicht vergessen, dass nicht nur Pflanzenarten die Feuchtgebiete benötigen, sondern auch verschiedene Tiere, weil diese feuchten Gebiete entweder ihre direkten Lebensräume sind (wie zum Beispiel der Frosch) oder ihnen die Bewohner dieser Gebiete als Nahrung dienen (zum Beispiel der Storch).
Waldrodung kommt vor allem in den Tropen vor, um Tropenhölzer (zum Beispiel: Mahagoni) zu gewinnen, welche dann in andere Länder exportiert und zu Möbelstücken verarbeitet werden. Solche Möbel sind besonders in Mitteleuropa sehr beliebt, wegen ihrer Haltbarkeit und ihrem anderen Aussehen, aber auch wegen der Seltenheit. Ein weiterer Grund für die Rodung des Regenwaldes/Tropen ist die Ausweitung von Ackerland. 1990 wurden aufgrund dessen 15,5 Millionen Hektar vom tropischen Regenwald vernichtet. Wieviele Tier- und Pflanzenarten dabei vernichtet oder bedrängt werden lässt sich nicht sagen, da man noch nicht einmal alle Arten beschrieben beziehungsweise entdeckt hat. Die Folgen der Rodung sind gravierend: Am Mittelmeer zum Beispiel wurde der Boden des gerodeten Landes weggeschwemmt und weitere Landstriche verkarsteten. Viele Einheimische des Regenwaldes haben keine andere Möglichkeit, außer der Rodung, um an Geld zu kommen und ihre Familie damit zu ernähren. Dem Bauer, der im tropischen Regenwald um seine Existenz ringt und daher immer wieder Wald roden muss, um Ersatz für das ausgelaugte Land zu bekommen, helfen diese Einsichten auch nicht mehr. Im Endeffekt wird also weiter gerodet.
Die großflächigen Eingriffe sind auf jeden Fall der Landwirtschaft zuzuschreiben. In Mitteleuropa wird mehr als die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Und es wird ständig mehr. Acker- und Weideland haben mit Natur sozusagen nicht mehr viel zu tun. Ihr Wert als Ökosystem ist gering. Intensiv bewirtschaftetetes Acker-und Weideland lässt sich kaum noch als wertvolles Biotop bezeichnen. Die Monokultur von Feldfrüchten und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch auf den Ackerrandstreifen, um größere Erträge bei der Ernte zu erzielen, verhindern, dass sich ein Mindestmaß an Artenvielfalt entwickelt. Gerade aber Hecken und ungespritzte Ackerrandstreifen sind wichtige Refugien für zahlreiche Tiere und Pflanzen.
Auch die Viehweide bedroht die Artenvielfalt. Überweidung führt zur Artenarmut, zumal wenn nur bestimmte Weidepflanzen ausgesät werden. Die Weidetiere tragen auch in hohem Maße zur Bodenvernichtung bei und der Düngeeffekt ihrer Exkremente verändern die Standortbedingungen derart, dass nur noch wenige Arten mit relativ geringen ökologischen Ansprüchen übrig bleiben und dominieren.
Hier ein Ausschnitt aus der Roten Liste der Pflanzen:
Die Rote Liste ist eine Auflistung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. In Deutschland gibt es Rote Listen, die sich auf Länder- oder Bundesebene beziehen. Diese regelmäßig aktualisierten und auf neue Artengruppen erweiterten Listen dienen als Entscheidungshilfe bei Naturschutzmaßnahmen. Man unterscheidet in den deutschen Roten Listen die Kategorien 0 (ausgestorben oder verschollen), 1 (vom Aussterben bedroht), 2 (stark gefährdet), 3 (gefährdet) und 4 (potentiell gefährdet). Die Roten Listen bieten die Grundlage dafür, Arten gezielter unter Schutz zu stellen, wie es ja auch im Bundesnaturschutzgesetz vorgeschrieben ist.
Sudeten-Blasenfarn (Cystopteris sudetica)
Schwimmfarn (Salvinia natans)
Hautfarn (Hymenohyllum tunbrigense)
Vertreter der Gattung Streifenfarn (Asplenium)
Vielteiliger Rautenfarn (Botrychium multifidum)
Einfacher Rautenfarn (Botrychium simplex)
Virginischer Rautenfarn (Botrychium virginianum)
Ästiger Rautenfarn (Botrychium matricariifolium)
Schildfarn (Polystichum)
Aufrechte Weißmiere
Herzlöffel (Caldesia parnassifolia)
Strand-Winde (Calystegia soldanella)
Kornrade
Flammen-Adonisröschen
Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri)
Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis)
Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis)
Finger-Küchenschelle (Pulsatilla patens)
Kleinblütiger Erdrauch
Bittere Schleifenblume
Gelbe Hauhechel
Ausdauernder Lein
Schwedischer Hartriegel
Doldiges Winterlieb (Chimaphila umbellata)
Graue Glockenheide
Zarter Gauchheil
Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa)
Fadenenzian
Sumpf-Enzian (Gentiana uliginosum)
Kleine Teichrose (Nuphear pumila)
Kleine Seerose (Nympaea candida)
Strand-Zaunwinde
Bayrisches Federgras (Stipa bavarica)
Echter Andorn
Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum)
Steppen-Greiskraut
Violette Schwarzwurzel
Sibirische Schwertlilie
Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria)
Bastard-Schwertlilie
Bunte Schwertlilie (Iris variegata)
Kleinblütige Spinnen-Ragwurz
Wanzen-Knabenkraut
Torfmoos-Knabenkraut
Moor-Steinbrech (Saxifraga hirculus)
Sumpf-Weichwurz
Bläuliche Sommerwurz
Violette Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea)
Westfälisches Galmeiveilchen (Viola guestphalica)
Zierliches Wollgras
Scheidenblütgras
Schlenken-Segge
Wilde Weinrebe (Vitis sylvestris)
Moorbinse (Juncus stygius)
Neben den hier aufgeführten bedrohten Pflanzen sind nach der Roten Liste von 1984 außerdem noch vom Aussterben bedroht: rund 101 Arten der Farn- und Blütenpflanzen sowie 119 Arten der Großpilze.
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