Ausgestorbene Fische

Die IUCN Red List 2007 führt 80 Fischarten als kürzlich ausgestorben, aber tatsächlich sind es wahrscheinlich sehr viel mehr. Auf der zusätztlich veröffentlichten Liste befinden sich noch einmal 87 ausgerottete Fischspezies.
Schon alleine 200 Fische aus der Familie der Buntbarsche (Haplochromis sp.) sind im Viktoria-See (Afrika) ausgestorben, von denen IUCN gerade einmal 30 gelistet hat. Viele dieser Buntbarsche wurden bisher wissenschaftlich nicht erfasst. Der Grund ihres Aussterbens war die Einfuhr des Nilbarsch (Lates niloticus), der die Ausbeute der lokalen Fischer vergrößern sollte. Er wurde in den 1960er-Jahren im Viktoria-See ausgesetzt und hat sich extrem schnell vermehrt, was zu einem Massenaussterben anderer Fischarten, vor allem Buntbarscharten, führte.
Die Gründe für das Aussterben von Fischen sind meistens die Einfuhr von wilden Fischarten, die dann die ansässigen Fische verfolgen und jagen, oder aber das Austrocknen von Gewässern, zum Teil auch durch Trockenlegung durch den Menschen, weil dieser das Wasser zum Ackerbau benötigt.
Sehr viele Fischarten haben ein geringes Verbreitungsgebiet und kommen nur in einem einzigen See oder Strom vor, weshalb es schnell dazu kommen kann, dass die Arten aussterben. Eine der als letztes ausgestorbenen Arten (1998) ist die Karpfenart Alburnus akili, die im Beysehir-See in der Türkei beheimatet war. Der Grund für das Aussterben war das Aussetzen des Zanders (Sander luciopera) im Jahre 1955.